gerade in: Chinao6. 1o. 2oo9 - Teil I von II
mit dem Zug nach Da Tong


Taxi fahren ist in Beijing nicht teuer, einziges Problem ist unser noch immer recht mangelhaftes Chinesisch. Hat man aber clever sein Ziel von einem Experten auf einen Zettel schreiben lassen, kann die Fahrt sofort losgehen.



Erstes Etappenziel heute - der Profi hat es sicher schon gelesen - der Westbahnhof. Unser Tagesziel ist Datong, etwas mehr als 350 Kilometer westlich von Beijing.





Die Reise wird beinahe sieben Stunden dauern. Das liegt, unter anderem auch daran, dass wir nicht mit dem schicken Zug hier auf dem Bild fahren werden. Dessen Ziel ist Shanghai.



Wir nehmen das grüne Modell, haben für umgerechnet je 2,70€ zwei Plätze in der Hardseaterklasse gebucht und werden sicher auch unseren Spaß haben.






Abfahrt ist pünktlich,






Sitzplätze und Gepäckfächer sind ordnungsgemäß ausgelastet.






Da kann man gleich mal den durch den frühen Start stark verkürzten Schlaf nachholen.













Die ersten 100 Kilometer führen durch's Gebirge. Nur selten haben wir längere Zeit hell im Abteil, denn ein Tunnel folgt dem anderen.

Eigentlich geht im Zug alles sehr gesittet zu, von missachteten Rauchverbotszeichen, auf den Boden spuckenden Mitreisenden und dem großen Gedränge einmal abgesehen.
Mittlerweile weniger erstaunlich ist auch die generelle Überbeschäftigung. Beispielsweise läuft ein Trupp von fünf Schaffnern zusammen durch den Wagen, obwohl sicherlich niemand ohne gültiges Ticket durch die vier Ticketkontrollen am Bahnhof gekommen wäre. Auf jedem Bahnsteig steht für jede Waggontür ein Uniformträger bereit und wenn das Ein- oder Aussteigen nicht zügig genug von statten geht, dann schreit ein mit Megaphon bewaffneter Oberaufseher so lange, bis das Umsteigetempo der Reisenden angemessen erscheint.

Kurz vor Zwölf beginnen die Ersten mit der Vorbereitung ihrer mitgebrachten Fertignudelsuppe. Der große Bruder der bei uns bekannten Fünf-Minutenterrine besteht aus einem riesigen Becher in dem die getrockneten Nudeln, verschiedene Gewürzpulver- und -pastentütchen und eine zusammenklappbare Gabel untergebracht sind. Ist alles soweit bereit für's heiße Wasser, begibt man sich in Richtung der Heißwasserzentrale des Zuges und lässt sich den Becher auffüllen. Hier kann auch gleich die Teeflasche wieder befüllt werden. Das gehört zum Bahnservice.





Datong empfängt uns mit blauem Himmel, von unserer Unterkunft aus können wir sogar den Eiffelturm bestaunen.





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